Donnerstag, 27. Oktober 2016

Herbstlicher Gruß






Küchenchaos

Ich weiß nicht, wie ich auf die doofe Idee gekommen bin, Pizzateig selber machen zu wollen. Ganz gesund, mit Vollkornmehl oder so ähnlich. Zuerst war der Teig viel zu dünn und bis ich reagiert hatte, hatte das Rührgerät innerhalb von zwei Sekunden schon Wand und Gewürzregal voll gespritzt. Wie ich es geschafft habe, Pulli und Haare mit Mehl zu bestäuben, weiß ich auch nicht mehr so richtig. Und irgendwie war die Hefe nicht mehr gut, der Teig ging nicht richtig. Das Ergebnis war eine unappetitliche Schüssel voll säuerlichem Schnodder, den ich am liebsten im Klo runter gespült hätte.

"Ich dachte, heute gibt es Pizza?"

"Nein, Üüüberraschung... Es gibt... *Schränke aufreiß* ... Cornflakes. Oder Brot. Pass auf, wo du hintrittst, da ist noch Teig auf dem Boden."

Hat eigentlich nur noch gefehlt, dass die Schüssel in "Alarm für Cobra 11"- Manier explodiert, aber man kann halt nicht alles haben.

KABOOOM!!!

Blutpanik

H. hat wie ich die blöde Neigung, sich aufzukratzen, wenn sie nervös ist. Wie in Zeitlupe schaue ich ihr entsetzt dabei zu, wie sie gedanklich abwesend ein riesiges Stück blutende Nagelhaut abzureißen versucht. Mit einem kleinen Aufschrei schnellt mein Arm nach vorne, um ihre Hand vom finalen "Abrupf" abzuhalten, dabei stoße ich eine randvolle Kaffeetasse um, H. erschrickt zu Tode und mein Puls ist ebenfalls auf 180...

"Hast es ja nur gut gemeint", meint H., während sie mit einem Küchentuch die riesige Kaffeepfütze vom Tisch auftupft, und wirft mir einen Luftkuss zu.

Seufz.

Vierpfotiger "Weckdienst"

Wenn´s um´s Frühstück geht (Katzenbesitzer werden es kennen) kennt Katerchen kein Erbarmen. Im schlimmsten Fall bereits um halb fünf, im besten Fall gegen halb sieben, geht der Schlafzimmer-Terror los, und er hat sich im Lauf der Jahre so Einiges einfallen lassen, um uns aus den Federn zu kriegen. Ins Ohr schnurren, die Bettdecke kneten, in freiliegende Finger und Arme beißen. Irgendwann flog er aus dem Schlafzimmer und die Tür blieb zu, was mit stundenlangen Maunz-Orgien in den höchsten Tönen belohnt wurde. Einmal wachte ich mit einem Kratzer auf der Wange auf, wie der dahin gekommen ist, will ich gar nicht wissen. Auch effektiv: Frauchen über´s Gesicht laufen, am besten dabei mit den Pfoten auf die Augenhöhlen zielen. Erübrigt sich wohl zu sagen, dass die menschengemachte Verschiebung der Aufstehzeiten (Zeitumstellung, Wochenenden, Feiertage) den Fellbommel nicht im Geringsten interessieren. Aber im Lauf der Jahre sind Herrchen und Frauchen schon derart abgestumpft, dass sie an dem üblichen Theater gar nicht mehr aufwachen, und so musste Katerchen sich etwas Neues einfallen lassen.

"Klonk!", machte es, und der Wecker lag auf dem Boden und Frauchen saß senkrecht im Bett. Hatte sich das kleine Schlitzohr sofort gemerkt und seither landeten morgens in regelmäßigen Abständen Wecker, Brille und Handy und was sonst noch so auf dem Nachtschränkchen herum lag, scheppernd auf dem Laminat.

Die Brille bleibt jetzt im Bad, das Handy kommt nun jeden Abend in die Schublade und den Wecker... Kleb´ ich wohl am besten am Nachttisch fest...

PS: Als ich kürzlich um halb vier wach war, hab´ ich ihn einfach mal geweckt und "Frühstück" gerufen. Der hat vielleicht blöd aus der Wäsche geschaut, hi hi.

Schlaues Kerlchen

Komme gerade mit der in der Küche vergessenen Tasse Kaffee durch die Tür, als ich Katerchen auf dem Esstisch stehend erwische. Er hat in den Rand der Kaergarden-Verpackung gebissen und sie mit einem kurzen, schnellen Schwung vom Tisch geworfen. Beim Aufprall auf den Boden löste sich praktischerweise der Deckel, so dass er nur noch hinterher springen hätte müssen, um sein Werk (Mission "Butterdose öffnen und leer räubern") zu vollenden.

Wenn die "Wohlstandsbäuche" und das fast prall gefüllte Futterfach in der Küche nicht wären, müsste man glatt annehmen, dass die Miezen hier verhungern müssen...

Nicht für Sport geboren

2014 hab´ ich das mal richtig ernst gemeint mit dem "ich muss mich unbedingt mehr bewegen". Oder überhaupt mal bewegen, zum Auto gehen zählt ja nicht. Da ich zu schwer für Joggen Laufen war, griff ich schließlich zum Äußersten und stöckelte fortan mit Nordic Walking- Stöcken von Aldi durch die Pampa. Immer dran bleiben! Nicht gerade meine Stärke. Schnell hatte ich mich, selbst als absoluter Sportmuffel, an den täglichen "Auslauf" gewöhnt, wuff. Am schönsten war es im Herbst, als es kühler wurde und das Licht zu fehlen begann. So tankte man doch etwas mehr Tageslicht und die Luft war so schön klar und nicht mehr so stickig.

Leider, leider tat sich auf der Waage nichts. Gibt´s doch nicht... Ernährung umgestellt. Also nicht von rechts nach links, sondern von Weißmehl auf Vollkornbrot, dazu viel Obst und Gemüse, sogar vegetarisch und schließlich vegan kamen auf den Tisch. Und viel Wasser, ich hab´ getrunken wie ein Fisch. Mein Gesicht wurde schmaler, meine Silhouette definierter, ich fühlte mich fitter und hatte tolle das Gefühl, alles richtig zu machen, aber auf der Waage stellten sich keine nennenswerten Fortschritte (zwei Kilo in zwei Monaten) ein und meine Ungeduld wuchs.

Nach ca. sechs Monaten waren meine Knie chronisch geschwollen, ich stieg auf´s Fahrrad um und holte mir während einer Ausfahrt zwei Bandscheibenvorfälle in der Halswirbelsäule, an denen ich heute noch "nage".

War ich einfach zu doof für Sport? Im örtlichen Schwimmbad verkühlte ich mich regelmäßig und wurde immer wieder krank. Halsweh, Schnupfen, Blasenentzündungen, und so fort. Spazieren gehen führte auch nicht zum Erfolg. Und die Knie wieder. 2014 bin ich mehr gehinkt als gegangen...

Mai 2016 dann endlich der Durchbruch. Aufgrund meiner gesundheitlichen Lage und dem dadurch verbundenen Stress (danke nochmal an diverse Ämter und die Reha-Einrichtung vom letzten Post, ihr habt mich sicherlich Jahre meines noch jungen Lebens gekostet) hatte ich keinen Hunger mehr, lebte mehrere Wochen von Kaffee und einem halben Brötchen hier und da, und siehe da, der Zeiger setzte sich endlich in Bewegung.

Momentan stagniert die Abnahme etwas, aber ich vermelde: Minus 16 kg seit Mai, und mein BMI ist von "adipös" auf "voradipös" gerutscht. Noch ist nicht Schluss, aber: Endlich hat sich was getan, und das fast ohne Sport. Vom Treppensteigen oder gelegentlichen Spaziergängen abgesehen. Morgens gibt es Obst, Mittags ein belegtes Brötchen oder eine kleine warme Mahlzeit und Abends eine Schale Salat. Ich fange an, in meine alten Sachen zu passen (die mir nicht mehr gefallen, aufgehoben hab´ ich sie ja trotzdem mal, falls ich sie mal wieder anziehen möchte, ha ha).

Jedenfalls dachte ich gestern, ich könnte mal wieder die Stöcke auspacken und die Gewichtsstagnation mittels Sport wieder in Bewegung bringen, das Ende vom Lied: Bin gestern Abend vor Hunger fast gestorben und hab´ so richtig reingehauen. Heute morgen hatte ich prompt ein Kilo mehr auf der Waage.

Vielleicht bin ich einfach nicht für Sport geboren. Aus den Walkingstöcken mache ich jetzt Rankhilfen für Blumen...

Nachtrag: Fleisch kommt jetzt übrigens auch wieder auf den Tisch...

Dienstag, 25. Oktober 2016

Wünsche ans Universum...

... Waren ein wenig der running gag in der Klinik gewesen. Eine Mitpatientin hatte ein Buch zum Thema gelesen und war von diesem "Konzept" derart begeistert (und überzeugt), dass sie sich nach Scheidung und mehrjährigem Singleleben einen neuen, netten Mann von Selbigem gewünscht hatte, was von den anderen eher belächelt wurde, aber nach zwei Tagen dann tatsächlich funktioniert hatte.

Sie war mit einem netten Verkäufer ins Gespräch gekommen und hatte sich auf einen Kaffee mit ihm getroffen und tatsächlich wurde schließlich mehr daraus. Gestern bestellt, am nächsten Tag geliefert, freute sie sich. Ich glaube ja eher an die Macht des Zufalls, aber man weiß ja nie.

Jedenfalls könnte ich so eine "Bewilligung" vom Universum derzeit echt gut gebrauchen, denn letzte Woche wurde eine berufliche Reha für mich beantragt, und nach dem Reha-Desaster im Mai

(man hatte mich nach zehn Tagen mit den Worten "es sei noch zu früh für eine Reha" nach Hause geschickt und hatte mir dann einen echt üblen Arztbrief hinterher geworfen, in dem u.a. "bescheinigt" wurde, dass ich die Reha beendet hätte und dass ich trotz zweier schwerer Diagnosen voll erwerbsfähig (mit Einschränkungen) sei. Mein Widerspruch wurde ignoriert, erst als der soziale Dienst im Krankenhaus einen erneuten Widerspruch schickte, erhielt ich eine Reaktion mit den Worten: "Wir hielten es für besser, dass Sie unserem Vorschlag, die Reha zu beenden, gefolgt sind und unser Arzt die Rehabeendigung nicht veranlassen musste", und wenn meine Erwerbsfähigkeit noch nicht wiederhergestellt sei, würden sie um eine erneute Begutachtung bitten. Der Rehabericht wurde natürlich nicht, wie gefordert, abgeändert. Mir stockt immer noch der Atem, wenn ich an diese "Abwicklung" denke, es geht ja "nur" um meine Zukunft und um existenzielle Ängste)

habe ich irgendwie die Hoffnung verloren, dass die Rentenversicherung eine Reha ein weiteres Mal bewilligen wird. Bitte drückt mir alle Daumen, durch den längeren Klinikaufenthalt, der hinter mir liegt, habe ich das Gefühl, wieder mehr Kraft zu haben und das Ganze wuppen zu können, und sollte der Antrag abgelehnt werden, werde ich dann eben als Futter für´s Jobcenter enden, und wie die mit chronisch Kranken umgehen, mag auf den Fall ankommen, aber viel Gutes habe ich dazu noch nicht gehört.

Hab´s mir mal vom Universum gewünscht. Wer weiß, vielleicht bringt´s ja was.

Die Eremitin kriegt Freizeitstress

Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten (ich favorisiere ja eher die Lebensform "passionierte Höhlenbewohnerin") habe ich die letzten zwei Wochen bereits
- eine Freundin gedatet, die sich beschwerte, mich schon seit Wochen nicht mehr gesehen zu haben
- zwei ehemalige Mitpatientinnen auf Kaffee und Zupfkuchen getroffen
- brav alle eingehenden WA- Nachrichten beantwortet
(by the way, ich rätsle noch, wie ich "nett" rüber bringen kann (oder doch lieber direkt?), dass ich bitte keine 1000 sinnlosen Videos mit zig MBs (an dem sich mein Billighandy mit Minispeicher und Tarif mit kleinem Datenvolumen ´nen Ast lädt) oder diese ollen Kettenbriefe ("schicke das an alle Personen, auch an mich, wenn du willst, die du nicht verlieren möchtest") geschickt bekommen haben möchte. Ich krieg Hautausschlag, wenn ich das Zeug nur sehe... Einen Kontakt habe ich auch gleich wieder einschlafen lassen, ich bin nicht die Frau für stundenlange Chats mit oberflächlichem Smalltalk- was geht da im Gegenüber vor? Langeweile? Einsamkeit? Versteh´ ich nicht.)

Bin fix und alle, wenn das so weiter geht, krieg ich noch Freizeitsstress ;-)

Montag, 24. Oktober 2016

Eremit und Emerit

Tagesklinik-Psychologe im Abschlussgespräch:

"Wissen Sie, was 'Emerit' eigentlich bedeutet?"

Klar weiß ich das. Warum fragt er und warum sagt er Emerit? Es heißt doch Eremit. Na egal, ist auch nicht so ein häufiger Begriff in der Alltagssprache (es sei ihm verziehen).

Auszug aus seinem Arztbericht:

"... erarbeiteten wir Persönlichkeitsmerkmale und benannten diese, z.B. Der Emerit"

Da der Psychologe ansonsten sehr sprachgewandt war, googelte ich in einem Anfall von Panik doch nochmal nach. Hatte ich etwa monatelang "Eremitin" falsch geschrieben, mit falscher Blogadresse und allem, kann doch fast nicht sein...

Ergebnis:

Eremit (im weiteren Sinn): "Ein Mensch, der mehr oder weniger abgeschieden von den Menschen lebt" (Quelle: Wikipedia)

[Anmerkung: Das ist "mein" Eremit]


Eremit (im engeren Sinn): Leben in Abgeschiedenheit aus religiösen Gründen (Quelle: Wiktionary)


Emerit: "Im Alter dienstunfähig gewordener Geistlicher" (Quelle: Duden)


... Öhm. Überraschend. *kopfkratz*

Sonntag, 23. Oktober 2016

Fluchtreflex

Ich liebe es (wenn ich mal wieder nicht schlafen kann), spätnachts noch draußen zu sitzen und in stiller Selbstbezogenheit den reduzierten Geräuschen der nächtlichen Stadt zu lauschen. Es ist menschenleer (so muss das!) und heute regnet es. Da taucht plötzlich eine Gestalt aus der Dunkelheit auf, bleibt stehen und spricht mich an. Schock... Lass mich! Welchen Psychopathen habe ich mir jetzt angelacht? Anhand der beiden wuscheligen Fußhupen entzückenden kleinen Hündchen zu seinen Füßen gibt mein Hirn aber dann gleich Entwarnung: Es ist der freundliche ältere Nachbar.

"So spät noch draußen?"

"Äh, ja, noch etwas frische Luft schnappen."

"Wir waren gerade spazieren, aber dann hat es angefangen zu regnen..."

Mein Kontingent an Kommunikationswillen ist erschöpft. Ich nicke, aber gucke nur noch blöd aus der Wäsche. Fühl mich auch irgendwie unwohl in meiner Schlabberhose und der zerknautschten Sturmfrisur.

"Gute Nacht", wünscht er und geht weiter.

Gute Nacht. Nett isser ja...

Bin dann schnell geflüchtet. Nur für den Fall, dass die Nacht noch mehr Menschen ausspu(c)kt.

Freitag, 14. Oktober 2016

Im unwahrscheinlichen Fall einer Zombie-Apokalypse

Da wir beide das Einkaufen versäumt haben, ist der Kühlschrank gerade auf Nullzustand gesetzt und ich hab noch ein "Hüngerchen". Nicht groß genug, um noch ein paar Nudeln zu kochen, aber auch nicht mittels Kaffee und Kippen wegzubekommen. Ist keinen Blogeintrag wert, aber mich amüsiert gerade der Gedanke, dass wir im unwahrscheinlichen Fall einer morgigen Zombie-Apokalypse entweder die Ersten wären, die verhungern würden, oder die Ersten, die die Nachbarn überfallen, um an die eingemachten Pfirsiche im Keller zu kommen.

Wenn es um die existenziellen Grundbedürfnisse geht, wird halt auch noch aus dem letzten angeblich so zivilisierten Anzugträger eine hungergeifernde Bestie.

Kein Ü

Ein sehr freundlicher, deutsch-italienischer Mitbürger:

"Das macht dann funfundfunzig funfzig."

Jetzt nicht lachen, jetzt nicht lachen.

Grins.

Nach meinem Geschmack

Hört sich als Metal- Version doch viel besser an...


Und oh Wunder, oh Wunder, T. und ich können nun auf "portugiesisch" mitsingen


Und noch ein Gruß aus dem Schwabenländle

Mein Recht auf lange Haare

Vor zwei Jahren beschloss ich, meine ziemlich dicke Wuschelmähne einfach mal wachsen zu lassen (so wie ich sie auch in der Kindheit/Jugend getragen habe). Da mir mein aschiges Dunkelblond bzw. Hellbraun zu fade war, begann ich schließlich, sie Kupferrot zu färben. Strahlendes Möhrenrot. Blöd nur, dass die Farbenpracht sich meist nur um die zehn Wäschen hält und dann lediglich einen ausgewaschenen Goldton zurück lässt. Na ja, andere Geschichte.

Da ich eh keine Haargummis mag (von Zöpfen kriege ich Kopfschmerzen) und ich die Zottel eh lieber um mich flattern lasse, trage ich sie meistens offen.
Etwas Locken-Festiger und später noch einen Klacks Gel hinein (zum "Locken definieren", wie es so schön heißt) und gut.

Mit Frauen erlebe ich dann meistens das, was Frauen mit (manchen) Männern erleben, wenn es um die Oberweite geht: Es wird unentwegt darauf gestarrt (in meinem Fall auf die Haare). "Deine Haare sind so dick, das möchte ich auch!", "sind das Naturlocken, wow..."

Jedenfalls bin ich, vom Farbproblem abgesehen, mit meiner Matte nach Jahren des Ausprobierens derzeit zufrieden. Was habe ich mich mit Rundbürsten, Glätteisen und schlecht geschnittenen Ponys gequält. Neuerdings werde ich aber immer wieder darauf angesprochen, dass ich was mit meinen Haaren machen müsste. Nicht, weil sie ungepflegt sind (darauf achte ich penibelst!), sondern weil ich mich angeblich "unter meinen Haaren verstecke".

So auch neulich in der Gruppenrunde: "Frau Eremitin, heute haben sie ja einen Zopf, toll, man sieht endlich auch mal ihr Gesicht."

???

Eine zustimmende Mitpatientin: "Du hast echt tolle Haare, aber warum versteckst du dich, das hast du doch gar nicht nötig?"

Nächster Tag: "Ich kenn´ da eine super Friseurin, die könnte was ganz Tolles aus deinen Haaren machen."

Übernächster Tag: "Heute wieder kein Zopf, warum versteckst du dich?"

Naaaargh. Noch ein Kommentar dieser Art und ich gehe durch die Decke!!!

Was ist so schlimm daran, sich mit einem "Vorhang" zwischen sich und der Umwelt etwas wohler zu fühlen? Ich muss nicht ständig im vollen Kontakt zur Umwelt stehen (von allen Seiten "einsehbar" sein), die Eremitin hat auch ihre Daseins-Berechtigung. Introvertiertheit (in sich gekehrt sein, Energie aus der Ruhe beziehen) ist nicht gleich Schüchternheit (soziale Angst), das sind zwei Paar Schuhe. Aber reizt mich nur weiter, dann lernt ihr auch mal meine extrovertierte Seite kennen. Die, die mit Friseurscheren um sich wirft...

Bin dann mal weg, meine Mähne im Wind schütteln und die Hippie-Hymne von Scott McKenzie summen....

Verdroschen

Der derzeit einzige Mann in der Truppe hilft U. beim Kuchen backen.

"Was kann ich machen?"

"Mach mal die Schokolade klein." (Anmerkung: Für die Chocolate Chips)

"Womit?"

Sie gibt ihm ein Nudelholz (zum "plattwalzen"), er betrachtet erst interessiert das ungewohnte Werkzeug und drischt dann wie mit einem Hackebeil auf die Schokoladentafel ein.

Der Anblick: Unbezahlbar.

Kommentar vom Freund: So mache ein Mann das halt. Wie beim Holzhacken.

PS: Der Kuchen war echt lecker. Heller Rührteig mit einem Glas Kirschen und riesigen ;-) Schokostückchen. Schmeckt bestimmt auch super mit einem Teelöffel Zimt im Teig.

Ein Hoch auf die infantilen Anteile

Gestern trug ich eine weiße Bluse mit schwarzen Sternchen und darüber einem schwarzen Pullover, dazu einen dünnen, schwarzen Haarreif.

An der Kasse wieder das: "Sind sie schon 18?"- Spiel und die ungläubig geweiteten Augen der Kassiererin beim Anblick meines Geburtsdatums. War es der Haarreif, der mich aussehen ließ wie ein Schulmädchen?

Eine Mitpatientin: "Ich hätte dich höchstens auf 22, 23 geschätzt."

Oh... Na ja, egal. Habe mir auf den "Schrecken" hin erst mal Einhorn- Haarspangen bestellt, hi hi.

Jetzt erst recht, ist doch klar.

Na, mein Alter

U. erzählt:
"Morgens muss ich immer aufpassen, mein Hund liegt vor dem Bett, damit ich nicht auf ihn trete."
Ihre Stimme wird lauter, sie erzählt, wie sie ihn dann begrüßt:
"Guten Morgen, mein Alter!"
Zeitgleich geht der Psychiater hinter ihr vorbei, fühlt sich angesprochen und erwidert:
"Guten Morgen!"

Gelächter.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Neue Nerven (please!)


"Manchmal bin ich mit dem Kopf auch bei der Sache."
"Ne, das hab' ich aufgegeben. Ich kauf mir jetzt einen neuen Kopf. Mal gucken, wo es den gibt."
"Amaz**. Die haben doch alles."
"Ob die da auch neue Nerven haben?"
"Drahtseile?"

Praktisch wär's ja schon.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Zombie

Nacht: Kaum geschlafen.
Morgen: Aus dem Bett rollen, regelrecht ins Bad kriechen, Haare sehen aus wie ein Wischmop. Keinen Bock, sie zu bändigen. Dann geh ich halt mal wieder als Merida.
Zum Auto stolpern, Schlüssel vergessen, Handy vergessen, aufpassen, dass ich die Mülltonne nicht umfahre, wacklige Teilnahme am Verkehr. Ankunft Klinik, nach der Kaffeekanne angeln. Lasse fast die Tasse fallen. Mehrere gefühlt zu fröhliche "Guten Morgen" von allen Seiten. In meinem Kopf dudelt "what´s in your heee-eeead, in your heee-eeead, Zombie, Zombie, Zombie...." von der Cranberries.

Zehn Uhr. Der Tag fängt an zu laufen.

Zombie, Zombie, Zombie...