Samstag, 24. September 2016

Jodelkurs

Mitpatientin: "Jodeln ist eigentlich voll einfach. Du musst nur 'hol a Rührei, hol a Radio" singen.

Hollarüheihollaradio.

Hatte ich zwar nicht auf der "to do"- Liste, aber: Geht.

Heute früh bei Fressnapf

Heute früh (ein sonniger Samstagmorgen mit schon leicht herbstlichem Nebel auf den Wiesen) und nach einer echt üblen Nacht (ich sag nur, Traum in dem man stirbt) stand ich um zwei Minuten nach neun an der Kasse und wollte bezahlen, als jemand hinter mir meinen Namen ruft.
Ich dreh mich um, es ist meine Chefin. Zur Erinnerung, ich bin schon länger krank geschrieben und gerade in einer Klinik. Dass ich nicht vor Schreck in Ohnmacht gefallen bin, war alles.
"Ja, wie geht´s dir denn??"
Oh nein. Ich will jetzt nicht reden.
Ich erzähle, gerade in einer Klinik zu sein.
"Ja, du musst dir halt auch helfen lassen."
Tolle Idee. Bin ich selbst noch nicht darauf gekommen. *Sarkasmus off*
Freundlich verabschiedet, schnell bezahlt und mit Vollgas vom Parkplatz gebrettert.
Nicht dass das Gespräch draußen noch weiter geht. Meine Chefin kann da sehr hartnäckig und verdammt neugierig sein.

Ob die irgendwann die Geduld verlieren und mir kündigen?

(Danke Schicksal, ich hasse dich auch!)

Donnerstag, 22. September 2016

Zigaretten-Notfall

"Schatz, kannst du mir zehn Euro leihen?"

"Warum?"

"Die PIN für die neue EC ist noch nicht da und die Bank hat schon zu."

"Was willst du denn kaufen, ist doch alles da?"

"Zigaretten."

"Ach, ich soll deine Sucht unterstützen?"

"Bitte." *Hundeblick aufsetz* "Ist ein Notfall."

"Hm." Er überlegt, dann neckend: "Erst mal auf die Knie mit dir."

Lasse mich theatralisch auf die Knie fallen, er guckt überrascht.

"Hey, das funktioniert ja tatsächlich. Warte."

"Was denn noch?"

"Ich muss erst überlegen, was ich noch alles von dir verlangen könnte."

Ich verpasse ihm einen deftigen Schlag gegen´s Schienbein.

"Ja, ja, ist ja schon gut. Hier."

Na also, geht doch.

Katze im Sack

Eine Patientin mit einer Strickjacke mit Katzenmotiv läuft vorbei.

Der humorlose Patient von neulich versucht einen Witz zu machen.

"P., du hast die Katze im Sack gekauft."

Keiner lacht.

Netter Versuch.

Das wär´s ihm wert


Der Freund durchstöbert die Umkreissuche der Ibäh-Kleinanzeigen.

"Schatz, möchtest du einen katholischen Schrein haben?"

"Oh, aber ja doch... Da werde ich jeden Abend davor sitzen und zehn mal das Ava Maria runterbeten."

"Das will ich sehen... Gekauft."

Uuh.

PS: War natürlich nur ein Scherz von ihm

Montag, 19. September 2016

Verlesen

Laufe im Krankenhaus an einem Schild vorbei und lese "Gesäßsprechstunde".
Giggel vor mich hin mit Kopfkino par excellence, drehe noch mal um und lese nach: "Gefäßsprechstunde".
Ach so.
In meinem Kopf klang das irgendwie lustiger...

Freitag, 16. September 2016

Eremiten-Gen

Psychologe: "Wenn Sie sich isolieren, bekommen Sie nicht, was Sie wollen."

Mist. Er hat Recht.

"Ich bin in der Losertruppe"

Soziales Kompetenztraining.
Leiterin: "Letzte Woche habe ich Ihnen angeboten, dass Sie in unserer kleinen Runde einen Vortrag halten können. Wer möchte die Chance nutzen und ein wenig üben?"
Keiner meldet sich.
C. guckt schon wieder etwas genervt.
Ach komm, das muss ich nicht üben. Hatten wir im Studium zig mal.
Obwohl... Ich könnte die Anderen mit "artgerechter Kaninchenhaltung" langweilen. Oder einen Beweis aus der Deskriptiven Statistik an den Flipchart kritzeln. Hi hi.

"Na gut, dann verschieben wir das auf nächste Woche. Ich teile Sie jetzt in zwei Gruppen ein und stelle Ihnen eine Aufgabe. Es geht weniger um die Lösung, Sie sollen vielmehr im Team arbeiten und sich austauschen."

Die andere Gruppe ist schneller.
"Oh nein, ich bin in der Losergruppe", stöhnt C.
Sie kneift mich mehrmals in die Seite. "Loser, Loser!"
Ich klatsche ihr das Manuskript auf den Kopf.

"Brauchen Sie Hilfe?"

Nee... Uns kann keiner mehr helfen.

Stadt, Land, whatever

Krankenschwester: "Überlegen Sie sich einen Programmpunkt für den Wochenausklang."
C.: "Was soll das sein?"
Schwester: "Ein Spiel, ein Vortrag, ein Gedicht, was Sie wollen."
C. murrt vor sich hin, dass sie sich langsam wie im Kindergarten fühle.
"Stadt-Land-Fluß?"
"Stadt-Land-Medikament?"
Gelächter, aber keiner will mitmachen.
"Stadt-Land-Tier?"
Also gut. Stifte und Block machen die Runde.
"Tier mit E?"
"Einhorn!", rufe ich über den Tisch.
"Gilt!", brüllt C. zurück.

Hoch die Hände, Wochenende...

Reittherapie die Zweite

Eine Katze streicht um die Beine. Zwei Hunde wollen gestreichelt werden. Ein Jungpferd streckt den Kopf über den Zaun, knabbert an meiner Brille und wuschelt mit der rosa Schnauze durch meine Haare.
"Können Sie sich losreißen?"
Ja, ich komme.
Wir sitzen im Freien an einem von Kindern bunt gestrichenen Holztisch, die Kaffeekanne macht die Runde. Freilaufende Hühner gackern, im Kaninchengehege hoppelt ein weißes Widderchen am Zaun vorbei.
Der Himmel ist blau und leicht bewölkt, leichter Wind kühlt das Gesicht.
Goldruten wiegen sich am Holzzaun.
Die letzten Atemzüge des Sommers.
Ich wünschte, ich könnte jetzt die Zeit anhalten.

Weggelacht

"B. geht am Wochenende auf den Kinderbazar."
"Vielleicht kauft sie sich ein Kind?" giggelt T.
"Vielleicht gibt es Nachlass auf kleine Kinder..."
"Oder laute"
"Oder wenn der Name nicht gefällt"
"Was kann man eigentlich alles aus Kindern machen?"
"Kinderschnitzel"
"Kinderschokolade"
"Juniortüte"
"Ha ha... Die kannst du dann rauchen"
"Ich rauch' alles... Hauptsache es brennt..."
"Kindertrompete"
"Ha ha"

Mitpatient: "Lacht ihr schon wieder eure Probleme weg?"

Och komm.

Futter für´s innere Kind

Manchmal tut es gut, das innere Kind an den Start zu lassen.
Als ein Klinikangestellter heute den "Wasserkasten-Wagen" vor der Tür vergessen hatte (ein großer Metallkasten mit vier Rollen unten dran) hüpften T. und ich hinein und C. (im "wahren" Leben Gymnasiallehrerin) fuhr uns über den Hof. In jeder Kurve Quieken und lautes Gelächter.
"Und jetzt am Büro des Psychologen vorbei- ihr winkt", ruft C.
Die Fahrt endet abrupt vor der Oberärztin, die gerade die Treppe vom Parkplatz hochkommt und sich ein Grinsen nicht verkneifen kann. Gleichzeitig kam der Angestellte heran geeilt und wollte seinen Wagen zurück haben.

Psychologe in der Wochenabschlußrunde:
"Es gibt verschiedene Möglichkeiten, vor seinen Problemen zu flüchten. Man kann sie auch weglachen."

Er guckt uns an.

"Schauen Sie hin. Laufen Sie nicht vor ihren Problemen weg."

Och Menno. Es war doch gerade so schön.

Donnerstag, 15. September 2016

Tag gelaufen

Mittwoch. Ein "netter" Brief der Agentur für Arbeit "begrüßt" mich im Briefkasten.
Widerstehe dem Impuls, dahin zu fahren und der "Berufsberaterin" den Brief um die Ohren zu klatschen.
Der Auspuff hat angefangen zu röhren.
Außerdem ist meine EC- Karte weg.
Ob verloren oder entwendet (wir lassen immer unsere Handtaschen im Aufenthaltsraum liegen, obwohl man sie wegschließen könnte, tja, selber schuld, nech?) kann ich nicht nachvollziehen.
Nachdem ich zuhause und im Auto alles auf den Kopf gestellt habe, fahre ich zur Bank und lasse die Karte sperren. Zuhause lese ich, dass man trotzdem weiterhin mit der Karte über das Elektronische Lastschriftverfahren einkaufen kann. Also packe ich meine Tasche und fahre zur Polizei, um sie da auch noch zu sperren zu lassen. Ein müde Beamter guckt zur Tür heraus.
"Wollen Sie nicht lieber noch warten, vielleicht taucht sie ja wieder auf?"
Hallo??
Nein, ich will nicht mehr warten, während da vielleicht irgendein Irrer schon fleißig am shoppen ist. Nicht, dass da viel zu holen wäre, aber ich bleibe dann nachher auf den Forderungen der Inkassounternehmen sitzen, wenn es ganz doof läuft.
Er hält mir seufzend die Tür auf.

Donnerstagmorgen verschlafen. Schleppe mich zur Klinik und bin drei schwarzes Kafees später immer noch im "könnte-jetzt-sofort-schlafen-oder-langsam-durchdrehen-Modus".

Ist nicht mein Tag heute.

Mittwoch, 14. September 2016

Musiktherapie die Zweite

Auf dem Tisch steht ein Holzfrosch mit Zacken auf dem Rücken. Wenn man mit einem Stab darüber streicht (den man dem Frosch aus dem Maul ziehen muss), gibt er Klänge von sich.
Daneben liegt ein 5 Cent- Stück. Wo das wohl hingehört?

Als eine Teilnehmerin mit dem Frosch spielt, werfe ich ihm das Geldstück ins Maul. Es klappert. Der Therapeut dreht sich um.

"So, was machen wir heute, was bringen Sie mit? ... Wer hat denn da die Münze in den Frosch geworfen?"

Die Runde kichert.

"Das war ich... Ich dachte, das sei ein 'Wunsch- Frosch'".

Ich drehe das Vieh um, die Münze fällt klappernd auf den Tisch.

"Unglaublich", murmelt er. Und lacht.

Die Stunde wurde diesmal sehr lustig.

Schau nur, wie die Bäume glitzern

"Du musst das positiv sehen", sage ich zu C.
"Zum Beispiel ist das in Wahrheit keine Zigarettenasche, sondern Glitter."
C. guckt etwas hilflos.
"Und da hinten, siehst du den Regenbogen?"
C. schaut an den Bäumen hoch.
"Die Blätter sind so schon bunt", meint sie.
"Und wie die glitzern...", ergänze ich.
"Sag mal, was nimmst du eigentlich für Pillen?"
"Willst du welche?"
"Ach, du würdest sie hergeben?"
"Ich würde tauschen! Was hast du denn?"
Stimme von T. aus dem off: "Pillenwichteln war schon heute morgen!"

Alltagswahnsinn, wortwörtlich.

"Wir üben heute, Gefühle auszudrücken"

Die Gruppe ist heute etwas... Semi-motiviert. Die Kursleiterin will wissen, wie wir einen "Helden" darstellen würden. Weil die Vorschläge ausbleiben, macht sie einen "Popeye-Arm" (das sei nur ein Beispiel, betont sie) und der ein oder andere grübelt weiter.
Eine der älteren Teilnehmerinnen steht auf und macht den Hit***gruß. So richtig "schön" mit nach oben ausgestreckter Hand in der Luft. Entsetzte Gesichter bei den anderen Teilnehmern.

"Was machst du denn da?"
"Das ist doch kein Held!"
"Doch, das ist der Held schlechthin", wehrt sie sich, die Hand immer noch in der Luft.
Empörtes Tuscheln.

"Wen wollen Sie denn darstellen?", fragt die Kursleiterin.
"Na, den Supermann! Das ist doch ein Held??"
"Der macht aber eine Faust!", rufe ich.
Sie guckt verdattert.
"Das hat mir mein Enkel aber nicht gesagt."

Gelächter.

Montag, 12. September 2016

Danke Nachtschlaf, ich hasse dich auch

Sonntag Abend um kurz nach zehn müde geworden. Heureka!
Gleich ins Bett gegangen und weg gewesen.
Um zwei wieder wach geworden und hellwach im Bett gesessen. Musik gehört, herum gegangen, nichts. Immer noch hellwach.
Könnte eigentlich noch die Wäsche aufhängen, dachte ich... Und bin mit dem vollen Wäschekorb die Treppe hochgefallen. Bilanz: Beide Knie blau und der Freund ist auch noch wach geworden.
Jetzt ist es Tag und ich bin wieder hundemüde... War klar.

Samstag, 10. September 2016

Willkommen bei den Einhornikern

Da brat mir einer einen Storch. Ich habe eine erwachsene Person gefunden, die Einhörner genau so toll findet wie ich.

"Meines ist rosa und weiblich", sagt T.

"Meines ist weiß und männlich", sage ich.

"Das passt ja!", sagt T.

"Ja, wir könnten sie treffen und viele kleine Einhorn-Babys machen lassen", sage ich.

Wenn es sie denn in real gäbe, hö hö.

Fallen imaginäre Haustiere schon unter die Rubrik "imaginäre Freunde"?
Hört sich bekloppt an, isses auch. Herrlich bekloppt. Das innere Kind jubiliert.

T. sammelt Dinge mit Einhörnern drauf. Auch schön.

"Ganz wichtig, meines pupst Regenbögen."

Ne, das macht meins nicht. Aber es hat eine regenbogenfarbene Mähne.

T. hat einen Namenschart auf dem Handy, mit dem man sich seinen "Einhorn-Namen" heraus suchen kann. Meiner klänge aber irgendwie doof. Ne.

"Bei Facebook gibt es die anonymen Einhorniker", informiere ich T.

"Anonym? Ne, da hab' ich kein Problem mit, das darf ruhig jeder wissen."

Na dann.

PS: Wir tragen beide Chucks in fröhlichem Schwarz und lieben T-Shirts mit bekloppten Sprüchen. Hab' ich etwa meine Seelenverwandte gefunden? Huuii. Spannend.

Pizzadiebstahl

Ein plauderndes Pärchen geht an mir vorbei. Er trägt eine Pizzaschachtel vor sich her.
Überlege kurz, ihm das Teil aus der Hand zu reißen und die Pizza noch vor Ort zu verschlingen.

Die Diät tut mir nicht gut. Ernsthaft jetzt.

Na los, setz' dich auf meine Hand!

Kürzlich las ich Netz von einer Userin, die von dem Phänomen berichtete, dass sich Tiere wie Schmetterlinge oder Vögel auf ihr niederlassen. Anbei ein Handybild von einem orangefarbenen Schmetterling, der auf ihrem Handrücken saß.

"Wie schön, das will ich auch", dachte ich. Und habe gerade mehrere Minuten zugebracht, einem Kohlweißling die Hand hinzuhalten, der aber nichts von mir wissen wollte und eilig davon geflattert ist.

Funktioniert bei mir wohl nur mit Stechmücken.

Freitag, 9. September 2016

Sowas von "fit"

Hechle die langen und steilen Treppen vom Parkplatz zur Klinik hoch. Schnappatmung. M. lacht. "Geht also nicht nur mir so." Ne. "Weißt", fährt M. fort, "vor ein paar Jahren hab' ich noch Fußball gespielt, da warste noch fit. Heute muss ich schon den Stuhl mit auf den Platz nehmen."
Muss lachen. Kann ich sehr gut nachvollziehen. Problem nur: M. ist 30 Jahre älter als ich.
Hmpf.

Donnerstag, 8. September 2016

Wer bin ich?

Diese Frage beschäftigt mich schon länger und leider kann ich mir immer noch keine befriedigende Antwort darauf geben, auch wenn der gedankliche Notizenstapel dazu mittlerweile gefühlt zum Himmel reicht.

"Überlebende", kommt mir (leider) in den Sinn. In mehrfacher Hinsicht.

Geht´s?

"Ich wollte gestern noch wandern, aber ich hab´s nicht mehr geschafft. Ich dachte mir, wenn schon scheisse, dann laufend scheisse."

Öhm.. Joa.

Dienstag, 6. September 2016

Morgenmuffel

Gemeinsames Frühstück. Kann ich mal bitte den Kaffee haben? Wo ist die Butter?
Reges Hin- und Hergereiche.
Bla bla bla. Bla bla bla. "Ich war gestern Abend noch mit dem Hund draußen." "Am Wochenende ist doch Stadtfest in xy." "Ist noch Kaffee da?" Ein Königreich für ein Pärchen Ohropax.

Starre mufflig in meine Kaffeetasse. Zehn Minuten noch, dann wird abgeräumt.
Zehn Minuten, die sich wie eine Ewigkeit dahin ziehen und jede Bewegung im Nirvana verhallen lassen.
Klack klack, der Löffel in der Kaffeetasse ist so laut.

Bin einfach kein Morgenmensch.

Montag, 5. September 2016

Iiih... Nacktschnecken

Dieses Jahr ist es extrem. Morgens oder bei feuchter Witterung kann ich nicht mal den Gartenweg geradeaus runter laufen, ohne dabei nicht über zig Schnecken steigen zu müssen.

Was tun mit den Biestern? Als ich im Krankenhaus war, haben sie sich so ziemlich alles geholt. Dahlien, Sonnenblumen, Zinnien, Chrysanthemen, Kohlrabi...

Alles weg, weg, weg... Sogar im Hochbeet.

Laut Internet gibt es die fiesesten Lösungen, die mich eigentlich nur zum Erbrechen bringen. Schnecken durchschneiden, never ever. Schneckensud kochen... Würg.

Biologisches Schneckenkorn... Hm, weiß nicht. Will keine Chemie im Garten, die vielen Autoabgase reichen allemal... Auch nicht welche, die für den ökologischen Anbau zugelassen ist.

Bei letzten Regenguss sammelte der Freund dann einen gut 3/4 Eimer mit Schnecken ein, die dann auf eine Wiese umziehen durften. Zeitaufwendig allemal und beim nächsten Regenguß war der Garten wieder voll. Als ob sie im Nachbargarten alles stehen und liegen gelassen hätten und zu uns gekrochen wären. Ist ja wieder Platz...

"Kann man die eigentlich essen?", fragt der Freund.

"Willst du denn?"

"Gott bewahre... Würde mich nur mal interessieren."

Tante Gockel befragt- ne, sind zu bitter.

Mal gucken, wie das nächstes Jahr wird.

Freitag, 2. September 2016

Katerleiter

Unser Kater maunzt. Laut und durchdringend. Das Problem: Ich seh´ ihn nicht.

"Siehst du ihn?"

"Ne."

Suchende Blicke.

Wir entdecken ihn im zweistöckigen Nachbarschuppen, so einem uralten Bretterverschlag. Dort hockt er im Dachgeschoss und streckt die Schnauze durch eine Bretterritze.

Wie er da hochgekommen ist, hat sich uns noch nicht erschlossen, aber nach einer kurzen Leiteraktion (die Krallen panisch in die Schulter des Freundes geschlagen) hat er mittlerweile das Abendessen im Bäuchlein und lässt es sich auf dem Sofa mit Streicheleinheiten gut gehen.

"Ich-wünsche-mir-nicht" - Liste

Patient: "Was schreibst du denn da?"

Patientin: "Meine 'Hausaufgabe'. Ich soll aufschreiben, was ich mir nicht wünsche."

Patient: "Was du dir nicht wünschst? Warum muss man das aufschreiben?"

Patientin: "Weil ich gerade nicht so richtig weiß, was ich mir [für mein Leben] wünsche. Darum fange ich so herum an."

Patient: "Das muss ich mir nicht aufschreiben. Was ich mir nicht wünsche, habe ich schon."

Ich muss (mitfühlend) lachen.

Die neue Waage

Der Freund hat vor einiger Zeit eine neue Waage gekauft. Sie steht neben der alten Waage im Bad.

Am Anfang waren wir uns spinnefeind, denn das Scheißteil hat doch glatt 1,5 kg mehr angezeigt als die alte. Gut, musste ich mir eingestehen, die Eichung der alten Waage stimmt offenbar nicht mehr.

Nun 12 kg leichter machte es wesentlich mehr Spaß, auf die neue, moderne Waage zu steigen. Bis der Freund heute morgen bat:

"Kannst du dich wieder mit der alten Waage wiegen?"

"Warum?"

"Du verfälschst meine Wiege- Statistik, weil du leichter bist als ich."

"Du meinst...?"

"Ich hab´ da so eine App auf dem Handy."

Und da hat die Waage meine Gewichtsdaten "netterweise" immer schön hingesendet. Wer ahnt denn schon, dass die Dinger heutzutage bereits mit dem Handy verbunden sind.

Jedenfalls "unterstützen" (hört sich besser an als kontrollieren) wir uns gerade gegenseitig bei der Gewichtsabnahme, in dem wir gucken, dass der andere nicht zu sehr entgleist. Und jetzt kommt mir mein Gelogenes "die Chips sind schon okay Schatz, hab´ ja nicht mehr zugenommen" irgendwie doof vor.