Mittwoch, 11. Mai 2016

Mal wieder verpeilt

Im Bad ausgerutscht, an einem komischen Geräusch erschrocken, Kaffee umgerührt und den Teelöffel versehentlich in den Müll statt in die Spüle geworfen.

Der Tag fängt schon mal gut an.

Sonntag, 8. Mai 2016

Eine Runde Hüpfen für alle

Nein, wir haben gerade keinen Harlem Shake getanzt.

Eher war es der Versuch, eine riesige aufdringliche Wespe elegant zum Fenster hinaus zu geleiten, ohne das dumme Vieh dabei um die Ecke zum bringen (immer dieses schlechte Gewissen, verdammt aber auch. Wie leicht hätte man dem penetranten Gesummse mit dem zusammengerollten Wochenblatt ein Ende bereiten können) und ohne dass dabei weder die jagdlustigen Katzen noch die panische Meinereine einen Stich abbekommen.

Es wird Sommer, ich vergaß.

Samstag, 7. Mai 2016

Es blüht schwarz

"Sag mal, hast du da etwa schwarze Tulpen gepflanzt?"

"Ja?"

"SCHWARZE Tulpen?"

"Ja?"

Bekomme ein verdattertes Kopfschütteln zur Antwort.

Was denn?


Die sind doch voll schick! Oder nicht?

Mittwoch, 4. Mai 2016

Freiheitshungrig

Die beste Freundin meldet sich über WhatsApp, sie hätte schon lange nichts mehr von mir gehört. Ob ich Lust hätte, morgen noch mit ihr einen Kaffee trinken zu gehen? Ich berichte kurz, dass es mir gesundheitlich gerade ziemlich besch...eiden geht. Wir vereinbaren einen "Kurztermin", damit es nicht so anstrengend wird.

Fühl mich wie ´ne Siebzigjährige. Hab´ mir das auch mal anders vorgestellt.

"Bei mir tut sich gerade nicht viel", überlegt sie. "Ich habe das Gefühl, es steht gerade alles still."

Wir schweigen. Sie erzählt mir von einem Film, der sie kürzlich so beeindruckt hat ("Into the Wild")
und wie gerne sie es dem Hauptdarsteller gleich tun würde: Allen Besitz verschleudern und dann einfach aus all dem abhauen und um die Welt reisen.

Ich nicke, diese Unterhaltung führen wir schon seit Jahren bzw. den gleichen Traum habe ich auch.
Es scheitert immer am Geld (na ja, und auch noch an zwei, drei anderen, nicht gerade unerheblichen Gründen, hust), auch wenn es offenbar Mittel und Wege gibt, sich ohne Kapital durch das große Abenteuer zu schlagen. Selbstfindung für Fortgeschrittene. Für die, die das mit der Selbstfindung in Runde 1 noch nicht geschafft haben, weil andere Dinge dazwischen kamen. Erleichterung für die Freiheitshungrigen.
Woran liegt es, dass wir es nicht endlich einfach tun und stattdessen hier rumsitzen und trübsinnig in die Kaffeetassen starren?
Es muss etwas Anderes geben, das stärker ist als dieser Wunsch, das einen zurück hält.

"Sicherheit", sagt sie. Ich nicke.
Ein geregeltes Einkommen, ein warmes Dach über dem Kopf, Essen, gesundheitliche Versorgung.
Das wirft man nicht einfach so von heute auf morgen über Board.
Und doch...

Sie erzählt mir, der Protagonist im Film würde schließlich an einer giftigen Beere sterben.
Na ja, das ist doch eigentlich auch ok? Leben, sich finden, und dann an so was Unvorhergesehenen abnippeln, ohne lange gelitten zu haben- eigentlich gar nicht soo doof, oder?

"Ich sterb bestimmt auch mal an so einem Müll", überlege ich. "Irgendwas, womit ich nicht gerechnet habe. So kurz vor dem Heimkommen." Stell dir vor, du hast die Welt bereist, hast so viel erlebt, dass du damit eine ganze Bücherreihe füllen könntest, hast den Himalaya durchwandert, einen reißenden Fluss durchschwommen, bist im Dschungel einem bengalischen Tiger und einer Horde hungriger Kannibalen entkommen, hast hunderte von Kilometern zurück gelegt und unzählige interessante Menschen kennen gelernt... Und erstickst dann kurz vor dem Heimatbahnhof im Zug an einer Kirsche.

Die Freundin lacht. "Das ist dann wohl Ironie."

Ja.

Montag, 2. Mai 2016

"Wir müssen noch Blutdruck messen.."

"Wir müssen noch Blutdruck messen", murmelt der Arzt, während er sich Notizen macht. Und kommt mit so einem uralt- Gerät an, bei dem man noch mit Stethoskop mithorchen muss. Wusste gar nicht, dass es die Dinger noch gibt. Der Hausarzt hat eins, das automatisch aufpumpt.
Er friemelt mir die Manschette an den Arm und zieht so eng zu, das ich es schon ohne Aufpumpen pochen spüre. Au. Und warum stellt er sich dabei so ungeschickt an? Er macht das doch bestimmt nicht zum ersten Mal. Dann pumpt er auch noch so richtig dolle auf. Boah... Würde mir die Manschette am liebsten vom Arm reißen. So doll macht man das heute doch auch nicht mehr. Ich geh hier noch mit einer Gefäßquetschung raus, ich seh´s kommen.

"150/100" murmelt er. Was?!
"Ist der immer so hoch?"
Ich schüttle den Kopf. Er zerrt die Manschette wieder fest und pumpt nochmal. "Ich hör nix", mault er. Dann übergibt er mich an die Arzthelferin, sie solle bitte messen. Sie macht das ganz souverän. Geübte Griffe, Manschette nicht zu fest. "120/80", murmelt sie. "Und ihr Puls ist so leise, den hört man fast nicht."

"120/80", teilt sie dem Arzt mit. Er grübelt kurz und will es selber nochmal versuchen. Äh? Er zerrt die Manschette wieder so fest und pumpt wieder so doll auf. "140/100?", murmelt er. Hab ja den Verdacht, dass das Ergebnis nur geraten ist.

"Normalerweise ist er nicht so hoch", versuche ich nachzuhelfen. Was gibt es denn am Ergebnis der (geübten) Kollegin auszusetzen? Er zerrt muffig die Manschette vom Arm und wirft das Gerät auf die Liege. Dann schreibt er 140/100 auf und murmelt irgendwas von, das mein Arm zu dick sei, kein Wunder, dass das Ergebnis dann verfälscht sei.

Poah. JETZT ist mein Blutdruck wirklich auf 140/100. So ein §&=@* !!


PS: Glaube, die da bestell ich mir (klick)

Verständigungsprobleme

"Schöne Blumenbilder", kommentiere ich die Tulpenfotos eines Nutzers. Die Autokorrektur macht "schöne Blumenkinder" daraus. Ich reiße einen Witz über die "Lizenz zum töten", die Autokorrektur schreibt "Lizenz zum treten".

Bekomme als Antwort mehrere Fragezeichen zurück geschickt, der Nutzer scheint (verständlicherweise) nicht ganz schlau aus dem Geschreibsel zu werden. Ich schreibe zurück: "Sorry, Autokorrektur". Die Autokorrektur macht ein "sorry, Autokonzern" daraus.

Ha ha. Ok, ich geb´s auf für heute.

Doppelt gestraft

Mein behandelnder Arzt, bei dem ich regelmäßig aufschlage, sitzt vor dem Befundbericht, den ich für die Reha brauche.
Und fragt mich beim Feld für die Diagnose doch tatsächlich, was ich denn hätte.. *Kopf, Tischkante*
Als ich ihm noch die anderen Diagnosen aufzähle (wegen derer ich auch bei ihm in Behandlung bin), winkt er ab und meint: "Ist nicht so wichtig". Aha.

"Krankengeschichte", liest er vor. Und schreibt dann hinein, das er auf die umfängliche Vorgeschichte verweist. Von der mehr als daumendicken Akte kopiert die Helferin dann aber nur den ersten und letzten Arztbericht. Muss ich nicht verstehen, aber gut.

Zuhause finde ich noch so einige andere Schnitzer, z.B. wurde die Medikation nicht eingetragen und nur ein kleiner Teil der Beschwerden erwähnt.

Könnte mal wieder platzen. Fühlt sich an, als würde man ein rundum verbeultes Auto zum Gutachter bringen und er würde sich "Außenspiegel kaputt" notieren. Geht ja nur um meine berufliche Zukunft und wie ich wieder rehabilitiert werden kann, Pipifax, wa?

Entschuldigt mich, ich muss mal kurz die Wände hoch gehen. Und telefonieren. Und danach brauch ich ´nen Kaffee. Das Zeug wirkt bei mir zwar nicht mehr (vermutlich sind die Koffein- Rezeptoren längst durchgeschmorrt), aber Kaffeeduft hat irgendwie was Beruhigendes.