Sonntag, 28. Februar 2016

Es ist für die Braut!

Meine Schwester heiratet in Kürze. Und sie ist Vegetarierin. Zur Freude der Verwandtschaft wird es aber trotzdem leckeren Zwiebelrostbraten (wahlweise mit Spätzle oder Pommes) geben.

"Was isst du dann an deinem großen Tag?" will ich wissen.

"Ich hab´ den Wirt gefragt, ob er auch eine vegetarische Variante anbieten kann, er war erst nicht so begeistert, aber das könne er schon machen, wenn es sein müsse. Dann hab´ ich ihm gesagt, dass es für die Braut ist... Dann ist er erschrocken und meinte, natürlich werde es dann was Vegetarisches geben..."

"Und was gibt es dann?"

"Krautwickel mit Couscous- Füllung."

"Oh, ok. Auch eine interessante Variante."

"Dann hat er mir noch versichert, dass er Vegetarier ganz toll findet. Ja ja."

Hi hi. Wirt im Fettnäpfchen.


(Bin ja auch so ein Fettnäpfchen- Hüpfer, aber ist schön, wenn das auch mal anderen passiert...)

Mittwoch, 17. Februar 2016

Wir sollten Audienzen einführen

Der Freund ist auf dem Sprung. Termin. Eilig.

Ich: "Wir sollten einfach Audienzen einführen."

Freund: "Wie meinst du das?"

Ich: "Na, wir bleiben Zuhause und die Leute müssen zu uns kommen."

Ich beschreibe kurz ein beispielhaftes Szenario: Wir, auf einem Thron sitzend [Anmerkung: Natürlich auf einem richtigen, königlichen Thron], daneben ein Wachmann, der zwei mal mit der Waffe auf den Boden klopft, wenn der Besuch eintritt und uns ankündigt, was der Bittsteller (mit demütig gesenktem Kopf, auf Gnade und Entgegenkommen hoffend) von Herr und Frau Königin denn so will.

Lachen. Dann: "Du guckst zu viel Game of Thrones."


Kann sein.

Sonntag, 14. Februar 2016

Was hat sie nur da im Gesicht?

Aus gegebenem Anlass (Valentinstag) saßen Freund und ich heute beim Bäcker zum frühstücken. Routiniertes Futtern Sanftes Anschmachten über den Rand der Kaffeetasse hinweg zu frischen Brötchen und Rührei. Hach. Am Nebentisch hockten zwei Männer und unterhielten sich. Und einer starrte immer wieder zu mir herüber. Direkt ins Gesicht. So ging das die ganzen beiden Stunden lang, die wir dort waren.

???

Ich hasse sowas. Und irgendwie hätte ich auch gerne mal gewusst, was das soll.

Wenn es nach mir ginge, hätte ich zum Abschied gerne noch Folgendes gesehen/ gehört: Der Typ steht auf, kommt zu mir an den Tisch und macht eine ritterlichen Kniefall, den Blick verschüchtert zu Boden gerichtet. Und ruft: "Milady. Ich bin untröstlich, Euch stören zu müssen, während Ihr mit dem werten Herr Gemahl speiset, aber es liegen mir Worte auf der Zunge, die ich nicht länger an mich halten kann. Milady, eure Schönheit und Anmut und Edelmütigkeit haben mich so geblendet, dass ich nicht die Augen von euch lassen konnte. Bitte verzeiht mir diesen unerhörten Frevel an Aufdringlichkeit, aber ich war wie gebannt und konnte nicht wegsehen. Ich hoffe so sehr, dass Ihr mir verzeihen könnt."

Kicher. Und ich hätte eine wedelnde Handbewegung gemacht und gerufen: "Er darf wieder aufstehen. Ich verzeihe euch, Ritter von und zu blabla, dass ihr nicht wegsehen konntet, aber es ist ein schweres Vergehen, eine edle Dame derart zu belästigen, auch wenn ich mich durchaus geschmeichelt fühle. Zur Strafe werdet ihr zum Wachdienst an die Stadtmauer versetzt. Und nun geht." "Jawohl, Milady." Eiliger Abtritt.


Und hier noch eine kleine Auswahl an Sätzen, die er vermutlich wirklich gedacht hat:

"Die kenn ich doch, die ist Patientin in unserer Praxis."
(Bitte ein peinliches Krankheitsbild nach Wahl einsetzen)

"Was hat sie nur da im Gesicht... Ist das Marmelade? ... Oder ein Damenbart?"

"Luke, ich bin dein Vater."

"Ist das nicht meine Cousine fünften Grades? Nein! Doch! Oder?"


Wie auch immer, darauf noch einen Kaffee. Prost!

Donnerstag, 4. Februar 2016

Fängt ja gut an...

"Guten Tag"

"Guten Tag, ich bräuchte einen Termin zur Antragsabgabe."

"Ja, warten Sie, ich schaue, was ich für Sie tun kann..." klick, klick, tipp

Ich weiß ja, dass es völlig nebensächlich ist und überhaupt nichts bringt, wenn die Telefontante nett zu mir ist, aber es beruhigt gerade ungemein, eine nette Stimme zu hören. Die ganze Geschichte ist eh schon belastend genug.

"Montag?"

"Ja, das geht..." sage ich zögerlich.

"Oder Donnerstag, 10.45 Uhr. Kommen Sie am Donnerstag."

"Da habe ich leider schon einen Termin."

"Dann kommen Sie am Montag."

"Ginge auch Freitag? Da hätte ich auch einen Arzttermin, dann müsste ich nur einmal fahren."

Puh, ich hab´s geschafft zu fragen.

"Grmpf, grumpf, brummel." Klick, klick, klick

???

"Freitag 8.30 Uhr." bellt sie in den Hörer.

Nanu, wo ist denn der freundliche Tonfall so schnell hin? Unter den Schreibtisch gefallen und kaputt gegangen?

"Gut, vielen Dank."

"Haben Sie WENIGSTENS alle Antragsunterlagen komplett beisammen?"

Warum wenigstens? Weil ich schon so "dreist" war, an diesem Freitag kommen zu wollen?

Jedenfalls... Die ist "Bellen" gewohnt, wie es scheint.

Fängt ja gut an.

PS: Herzlich Willkommen Helma!

Montag, 1. Februar 2016

Türrenner

Die Werbung tönt:

"Während Sie diesen Spot sehen, rennen geschätzt 1800 Menschen gegen eine Tür..."

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass ich zu dieser "Statistik" einen nicht unwesentlichen Teil beigetragen habe.

"... Weil sie Drücken und Ziehen verwechseln."

Ah, ne ne, das ist bei mir eher so ein Tagträumer-Problem.


Warum mache ich mir darüber eigentlich Gedanken?