Freitag, 22. Januar 2016

Alles-geht-kaputt-Wochen

Eigentlich sollte man vorab eine Warnung per Post bekommen:

Achtung Achtung, es ist wieder soweit: In den nächsten Wochen wird Ihnen alles kaputt gehen. Ziehen Sie alle Stecker. Benutzen Sie keine Geräte. Verlassen Sie das Haus nicht. Legen Sie sich flach auf den Boden und atmen Sie nicht.

Oder so eine Gewinnspielkarte: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die "alles-geht-kaputt-Wochen" gewonnen!

Laptopakku als auch -ladekabel, Kaffeemaschine (Ursache noch ungeklärt) und Auto, Radaufhängung vorne rechts, sind bislang im Rennen.

Die gute Nachricht, wenn ich den Kontostand so betrachte: Für ein neues Ladekabel wird´s noch reichen. Ha ha.

Hat die Waschmaschine gerade etwa gehustet? Glaube, ich werde langsam paranoid.

PS: Ich freue ich mich über meine ersten Leserinnen MisanthropinWiderWillen, Zigeunerblut und Mylady Crooks, herzlich willkommen ♥

Das erste weiße Haar

"Ich hab´ das erste weiße Haar entdeckt", jammere ich. Wundere mich fast, dass ich nicht schon mit 16 schlohweiß war.

"Wo deeenn?", will I. wissen.
"Na daaa", jammere ich weiter und strecke ihr meinen Kopf entgegen. Das Ding hat sich nämlich voll den Logenplatz ausgesucht. Direkt am Haaransatz über der Stirn, an dem Scheitel, den ich schon seit Jahren trage.

"Tatsächlich", murmelt I. "Sieht man doch gar nicht!"

Na, dann ist ja gut.

Donnerstag, 21. Januar 2016

Eine sechs Meter lange Nudel

Neulich in einem Gartenforum:

Zwei Nutzer unterhalten sich. Der eine beklagt: "Ich habe eine sechs Meter lange Nudel."

Hö? Oh mein Gott. Kopfkino.

Und weiter:

"Die aber voll ausgenutzt wird."

Hm. Ich sollte aufhören, mir das vorzustellen. Kicher.

Und weiter:

"Ich bin gerade so in Schwung, aber nächste Woche soll es ja wieder kälter werden."

???

Nun möchte Nutzer Nr. 2 auch noch wissen, wie breit die Nudel ist.

Sodom und Gomorra! Was treiben die beiden da??

Die Auflösung folgte ein paar Beiträge weiter unten: Die beiden beklagten sich darüber, dass ihre Balkone zu klein sind. Kein Platz für die ganzen Pflanzenpötte, die da eigentlich hin sollten.

Puuh, ich dachte ja schon...

Das nächste Lächeln entlockt mir ein Winteranbauer, der eine Gurkenpflanze unter Kunstlicht in der Wohnung zieht. Ein Nutzer wünscht ihm dabei viel Glück, er kontert: "Danke, ich lasse meine Gurke nicht aus den Augen!"

Ha ha... Ich liege unter dem Schreibtisch vor Lachen. Danke dass es euch gibt, liebe Gärtner!

PS: Gärtnern ist gut für die Psyche. Kann ich bestätigen, habe mich schon allein vom Mitlesen scheckig gelacht...

Dinge, die schieflaufen: Pelzscheiße

Im TV läuft ein kurzer Beitrag von in China "produziertem" Echtpelz, der als falsch ausgezeichnter Kunstpelz nach Europa verkauft wird. Der Sprecher erklärt, dass die Herstellung von Kunstpelz tatsächlich teurer sei, als dieser billig "produzierte" Pelz, der von Marderhunden (erinnern optisch an Waschbären) und Straßenhunden stammt. Was?!?! Das ist BILLIGER?!?!?!? Mir schwant Böses, unendlich Böses.

Zu sehen, unendlich leidende Tiere, in rostigen Drahtboxen eingepfercht. Leidende Tiere, trauernde Tiere, kranke Tiere, sterbende Tiere. Straßenhunde, die mit Schlingen um den Hals eingefangen und verschleppt werden. Der Sprecher berichtet von teilweise lebendigen Häutungen, vor allem bei den Marderhunden. Überführung eines Straßenhändlers (war´s auf dem Alexanderplatz?), der Hundemützen als Kunstfellmützen verkauft.

Kurze Zeit später, die Wiederholung einer bekannten deutschen Castingshow läuft im Hintergrund. Eine eigentlich sympathisch aussehende Kandidatin tritt vor die Jury, die Kamera schwenkt nach unten, sie trägt Stiefel mit Pelzbesatz, der irgendwie an das Marderhund- Fell aus dem anderen Beitrag erinnert. Die Jury zeigt Interesse, die Kandidatin lacht unsicher, "ich glaube, der ist echt". Der Jury- Chef will mal fühlen. Sei ganz weich. Gefalle ihm, die Stiefel kaufe er sich auch.

Märkte reglementieren. Kontrollen verbessern. Und alle, die bedenkenlos diesen Mist kaufen (wollen), in einen Raum einsperren, jedem einen Klaps auf den Hinterkopf verpassen und sie stundenlang Material von für Pelz geschundenen Tieren anschauen lassen bis sie kotzen müssen von all dem Leid. Damit keiner mehr auf die Idee kommt zu sagen, oh ja geil, will ich auch.

Ich will so eine Scheiße nicht mehr sehen...

Mittwoch, 20. Januar 2016

Bitte einführen

"Bitte führen Sie ihre Karte ein", titelt der Geldautomat.

Einführen. Hi hi.


Oh Mann, bin ich albern..

Neulich im Supermarkt (2)

War eben noch schnell im "Tierbedarfsladen meines Vertrauens" (also eben den einzigen, den es hier halt gibt). Neben einem Aktionsaufbau stand eine noch sehr junge Mitarbeiterin mit schneeweißem Gesicht und roter Schnupfennase, die den Eindruck erweckte, als würde sie jeden Moment mit einem theatralischen Seufzer umstürzen und in den Aufbau mit dem Vogelfutter kippen.

An der Kasse krächzt sie mühsam einen "Guten Tag" heraus. "Sie hat es aber auch ganz schön erwischt", bemerke ich, selbst erstaunt, dass ich einfach so mit einer Fremden rede. Huch. Sie nickt und erklärt mit weinerlicher Stimme, sie wäre schon zwei mal in der Apotheke gewesen und einmal beim Arzt, der wollte sie krankschreiben, aber das könne sie sich nicht erlauben, sie sei noch ganz neu hier. Etwas in mir mutiert spontan zur Mutter Theresa, möchte sie mit einer warmen Decke auf´s nächste Sofa schicken und am besten noch ihre Schicht übernehmen. Nochmal huch. Mehr als eine "gute Besserung" kommt mir dann aber doch nicht über die Lippen.

Außerdem hat sie mit ihren verkeimten "eigentlich-gehöre-ich-krank-geschrieben-schnief-hust-rotz-Nase abwisch"- Fingern meine Sachen angefasst... Aaaargh...

Dienstag, 19. Januar 2016

Neulich im Supermarkt (1)

Es gibt sie tatsächlich auch auf dem stillen, prüden Land, die Hinguckerleutchen, die bunten Vögel, die Unterhaltsamen. Juchu!

Heute vor mir an der Supermarktkasse, ein ganz besonderes "Pärchen": Eine Sie, etwa 60 Jahre alt, ausgeprägte Anhängerin der dekorativen Kosmetik. Pechschwarz gefärbte, lange Haare und divenhafte, leuchtend rot geschminkte Lippen. Sie kann nicht von hier sein, denn dafür würde man sie in diesem Kaff vermutlich sofort steinigen. Steht ihr aber gut. Ich nenne sie mal "Diva".

Neben ihr eine weitere Sie, ich schätze sie auf 65- 70 Jahre, Typ "ländliche Oma", Faltenrock, verwaschener Anorak mit blaugrauem Achtziger- Jahre- Muster, altrosa Strickmütze mit altrosa Strickblümchen. Sie ist aber auch nicht die typische Oma, sie hat irgendwie was Frisches und Witziges an sich. Ich nenne sie einfach mal "Oma".

Beide stehen an der Kasse. Oma wirft ihre Einkäufe mit überraschend schwungvollen Bewegungen auf´s Band. Diva schaut ihr dabei mit hochgezogenen Augenbrauen zu und kommentiert: "Wie sollen wir das denn alles ins Auto kriegen? Hast du darüber schon mal nachgedacht? Das ist doch schon voll!"

Oma unterbricht schnaufend: "Des nimmsch du halt dann zwischa d´ Fiaß"
(Schwäbisch für: "Das nimmst du halt alles zwischen die Beine").

Kicher.

Diva soll also vermutlich auf dem Beifahrersitz Platz nehmen und Oma schüttet dann die Waren über sie, bis der Fußraum voll ist. Oder wie auch immer der Hinweis gemeint war. Und dann fahren sie davon, das Auto vollgestopft bis unter die Decke und die Beifahrerin darf sich mit angehaltenem Atem nicht mehr bewegen, damit der Joghurt nicht zerdrückt wird.

Diva erwidert: "Na, so siehst du aus!"

Oma fällt erschrocken ein, dass sie ja nichts mehr zum Rauchen daheim hätte und dreht sich um und wurschtelt in dem Gitterkorb mit den Zigarettenschachteln herum. Diva ruft, dass das aber ungesund sei. Vor allem in der Schwangerschaft und so. Sie nimmt die Kassiererin ins Gebet, die nickend bestätigten muss, dass man in der Schwangerschaft auf keinen Fall rauchen dürfe.

Wie kommt sie denn jetzt da drauf?

Oma dreht sich um, schaut an sich herunter und ruft: "DER Zug ist bei mir ja wohl abgefahren!" und wirft zwei Schachteln Zigaretten auf´s Band.

Ha ha, die zwei sind herrlich. Ich werd´ nicht mehr.. Beide Daumen hoch!
Auf dem Parkplatz sehe ich sie beide am offenen Kofferraum eines Kleinwagens lautstark miteinander redend ihre Einkäufe verstauen. Hätte zu gerne noch ein wenig zugehört.

Sonntag, 17. Januar 2016

Nagelhilfe

Im Hintergrund läuft ein Fernseher, ein Handwerker darin erklärt: "Ja, das hätte schon ein ziemliches Problem werden können, aber zum Glück hatten wir eine Nagelhilfe."

Ha ha... Hätte fast den Kaffee über den Tisch gespuckt.
"Nagelhilfe... " kichere ich albern vor mich hin.

I. sitzt mir gegenüber, guckt erst fragend und muss dann schmunzeln. Ja, es gäbe schon zweideutige Begriffe.

Neulich beim Arzt (1)

"Und, was gibt´s Neues?", will er wissen.
Er zerrt meine Krankenakte aus dem Krankenaktenstapel auf seinem Schreibtisch. Überall Akten. Neben mir auf dem Stuhl, neben dem Schreibtisch auf dem Boden. Und auf dem Tisch natürlich. Der Haufen sieht aus, als würde er jeden Moment umkippen und die Anwesenden unter sich begraben. Erschlagen von Papier, das einen Haufen Diagnosen und Einzelschicksale enthält. Hat auch was.

Ich fange an zu erzählen, dass ich vor Weihnachten so eine "Hoch"phase hatte. So gute Laune. Tausend Ideen gehabt, zig Projekte angefangen, nichts zu Ende gebracht. Und danach voll den Absturz gehabt.

Er guckt kurz auf und fragt: "Waren sie manisch?"

Äh. Öhm. Weiß ich nicht, ob das manisch war? Also, es hat sich mal gut angefühlt. Aber danach war´s halt kacke.

"Sie sind ganz schön kompliziert", seufzt er.

Er kritzelt irgendwas in die Akte. Ein Kürzel oder ´nen Haken. Neugierig wie ich bin, versuche ich durch den Stiftehalter vor meiner Nase hindurch zu erkennen, was er da schreibt. Er klappt die Akte wieder zu, den Arm schon halb zur Wurfbewegung erhoben. Weg damit. Nächste(r).

"Das sind die Hormone", fügt er aber noch an.

"Sie werden jetzt halt auch älter." Er grinst. Als Vater von vier (erwachsenen) Töchtern könne er das beurteilen.

Poah, denke ich zuhause.

Hat der mich etwa ein hysterisches, alterndes Frauenzimmer genannt?

Und wie reagiert man in so einem Fall?


... Hätte ich ihm Gebiss und Krücken nachwerfen sollen?

Flieg flieg fliiiieg...

Eine super gängige Melodie, die sofort ins Ohr geht, nahezu "unfreiwillig" zum Singen animiert (man kann sich fast nicht mehr wehren gegen den "Sog"), kumpelhaften Aufforderungscharakter enthält ("kommt schon Leute, steigt mit ein")... Kann es noch "besser" werden?

Ja. Neuerdings ist der Spot auch noch mit einem ganzen Wurf zuckersüßer Kätzchen unterlegt, die mit leuchtend blauen Tierbabyäuglein in die Kamera schauen, ein Mauzen erklingen lassen, das bei Frau dazu geeignet wäre, einen Milcheinschuss zu provozieren, und dabei tragen sie auch noch supersüße gehäkelte "Strampelanzüge" in Form bunter kleiner Flugzeuge und krabbeln dabei über eine Weltkarte, denn es geht um die Serviceleistungen eines Flugportals, und niedlicher können Flugrouten wohl nicht dargestellt werden.

Wer sich das ausgedacht hat, ist entweder ein Genie, oder erst 10 Jahre alt.
Aber ist ja wurscht, wer die Idee dazu hatte, Hauptsache es verkauft sich wie warme Semmeln (was offensichtlich der Fall ist). Und ich habe immer noch einen Ohrwurm und ertappe mich beim spontanen Mitsingen, während ich gerade abspüle. Einfach aus dem Nichts heraus war die Melodie wieder im Kopf, der Fernseher war nicht mal an. Aaargh.

Es kann so einfach sein, Geld zu verdienen. Wozu habe ich eigentlich studiert??

Wahre Begebenheiten (1)

Schon ein paar Jahre her, aber auch im Januar passiert:

Brachte noch spätabends den Müll raus. Sagte es mir wie ein Mantra vor, damit ich es diesmal nicht vergesse: "Schlüssel nicht vergessen, Schlüssel nicht vergessen, Schlüssel nicht vergessen."

Zerrte die Mülltonne an den Straßenrand. Da fiel mir ein, dass der Badmülleimer auch noch geleert werden müsste. Was weg ist ist weg und aufgeräumt. Wieder rein gelaufen, Türe wieder zu, damit Katerchen nicht abhaut. Mülleimer geleert, wieder raus, Müll in Tonne, umgedreht, zur Haustür gelaufen...

... Na, wer ahnt es bereits? Schlüssel war weg. Drin. Beim zweiten Durchgang drinnen vergessen.

Aaaargh...

Der Freund, damals noch in der Gastronomie arbeitend, war frühestens in einer Stunde zu erwarten. Oder doch lieber bei den Nachbarn klingen? Ne... Und schon gar nicht in dem Aufzug... Ein uralter verwaschener Pyjama mit zu kurzen Hosenbeinen (im Trockner eingelaufen).

"Ach was, das krieg´ ich schon hin", dachte ich, motiviert von der Vorstellung, dadurch der Peinlichkeit zu entgehen, mich jemandem so zu zeigen. "Ich setze mich da jetzt auf die Stufen und... Aaaah... Himmel sind die kalt... Uuuuh..."

(Zur Erinnerung, wir schrieben Januar, später Abend...)

Kurze Zeit später kam der Nachbar von nebenan nach Hause. Ich versuchte noch, halb versteckt im Hauseingang sitzend, die Beine mit der zu kurzen Hose an mich heran zu ziehen und zu verstecken, aber er hatte mich schon gesehen.

"He, was machst du?" rief er über den Zaun.

"Ich... Äh... Sterne gucken?"

Er legte den Kopf in den Nacken. Es war bewölkt...

Letztlich landete ich doch bei ihnen im Wohnzimmer, seine Frau drückte mir ein Telefon in die Hand und ich konnte die Eltern meines Freundes anrufen, die zum einen über einen Ersatzschlüssel als auch über eine super einprägsame Telefonnummer verfügten.

Anekdoten scheuer Menschen.

Freitag, 15. Januar 2016

Verleser

Gerade las ich noch bei der Misanthropin wider Willen von Gleitsichtbrillen- Verlesern, als mir beim Korrekturlesen meiner Beiträge selbst einer über den Weg lief:

Klein gekackte Kräuter statt klein gehackte Kräuter.

Lecker.